Wachendorf (fränkisch: Wachea-dorf) ist ein Gemeindeteil des Marktes Cadolzburg im Landkreis Fürth (Mittelfranken, Bayern). Wachendorf liegt in der Gemarkung Steinbach.

Geographie

Das Dorf liegt im Rangau etwa zwei Kilometer östlich von Cadolzburg, vier Kilometer westlich von Fürth und etwa fünf Kilometer nordwestlich von Zirndorf entfernt. Der Ort liegt am Südhang des Klingenbucks (379 m ü. NHN) und Scheltenberges (369 m ü. NHN) westlich des Zirndorfer Forsts. Der Ort liegt fast ganz zwischen den Läufen des Brunnlohbachs und des Gemeindebachs, die sich östlich von ihm zum Banderbach vereinen, einem linken Zufluss der Bibert.

Geschichte

Im Jahre 1177 wurde der Ort als „Wachendorf“ erstmals urkundlich erwähnt. Das Bestimmungswort des Ortsnamens ist der Personenname Wacho.

Gegen Ende des 18. Jahrhunderts gab es in Wachendorf 14 Anwesen. Das Hochgericht übte das brandenburg-ansbachische Oberamt Cadolzburg aus. Die Dorf- und Gemeindeherrschaft hatte das Kastenamt Cadolzburg. Grundherren waren das Kastenamt Cadolzburg (1 Hof, 3 Halbhöfe, 3 Güter, 1 Haus), die Reichsstadt Nürnberg: Landesalmosenamt (2 Halbhöfe), die Schlüsselfelder-Stiftung (1 Gut) und der Nürnberger Eigenherr von Haller (1 Halbhof, 2 Güter). Im Jahre 1804 gab es im Ort 13 Anwesen, von denen acht Cadolzburg unterstanden, die übrigen nürnbergisch waren.

Von 1797 bis 1808 unterstand der Ort dem Justiz- und Kammeramt Cadolzburg. Im Rahmen des Gemeindeedikts wurde Wachendorf dem 1808 gebildeten Steuerdistrikt Steinbach und der im selben Jahr gegründeten Ruralgemeinde Steinbach zugeordnet. Bis 1812 unterstanden drei Anwesen in der freiwilligen Gerichtsbarkeit dem Patrimonialgericht des Freiherren von Haller.

Im Zuge der Gebietsreform in Bayern wurde Wachendorf am 1. Mai 1978 nach Cadolzburg eingemeindet.

Ehemaliges Baudenkmal

  • Haus Nr. 12: einfaches, erdgeschossiges Wohnstallhaus, erste Hälfte des 18. Jahrhunderts; verputztes Fachwerk; auch am zweigeschossigen, mit Gesimsteilung versehenen Straßengiebel, Stallteil massiv

Einwohnerentwicklung

Religion

Der Ort ist seit der Reformation evangelisch-lutherisch geprägt und nach St. Cäcilia (Cadolzburg) gepfarrt. Die Einwohner römisch-katholischer Konfession sind nach St. Otto (Cadolzburg) gepfarrt.

Verkehr

Die Kreisstraße FÜ 19 führt nach Cadolzburg zur Staatsstraße 2409 (2,3 km westlich) bzw. nach Banderbach (3 km südöstlich). Gemeindeverbindungsstraßen führen nach Egersdorf (1 km nördlich) und nach Bronnamberg (2 km südöstlich).

Etwa 150 Meter nördlich des Ortes befindet sich an der Rangaubahn der Haltepunkt Egersdorf. Die Lokalbahn Aktien-Gesellschaft eröffnete am 14. Oktober 1892 den Streckenabschnitt Zirndorf–Cadolzburg und verbindet den Ort seitdem mit der Stadt Fürth.

In der Schwachverkehrszeit wird der Zug durch einzelne Fahrten des Bahnbus ersetzt. Zum Start des Verkehrsverbund Großraum Nürnberg im September 1987 wurden die Fahrten als Linie 111 vollständig in den Verbund integriert. 1988 übernahm die hundertprozentige Bahntochter Omnibusverkehr Franken die Konzession. Seit 1994 fahren Diesel-Triebwagen der BR 614 wochentags im Halbstundentakt; ab 20:00 Uhr sowie Samstag und Sonntag stündlich. 2006 wurde die BR 614 durch Triebwagen der BR 648 ersetzt. Die Linie 152 verbindet den Ort mit Cadolzburg und den Orten um den Dillenberg im Westen sowie dem Dietrich-Bonhoeffer-Gymnasium in Oberasbach, der Staatlichen Realschule Zirndorf und den weiterführenden und beruflichen Schulen in Fürth.

Am Wochenende verkehrt mit dem NightLiner N21 ein Nachtbus von Fürth über Zirndorf nach Ammerndorf.

Literatur

  • Johann Kaspar Bundschuh: Wachendorf. In: Geographisches Statistisch-Topographisches Lexikon von Franken. Band 6: V–Z. Verlag der Stettinischen Buchhandlung, Ulm 1804, DNB 790364328, OCLC 833753116, Sp. 59 (Digitalisat). 
  • August Gebeßler: Stadt und Landkreis Fürth (= Bayerische Kunstdenkmale. Band 18). Deutscher Kunstverlag, München 1963, DNB 451450957, S. 170. 
  • Hanns Hubert Hofmann: Nürnberg-Fürth (= Historischer Atlas von Bayern, Teil Franken. I, 4). Kommission für Bayerische Landesgeschichte, München 1954, DNB 452071224, S. 184 (Digitalisat).  Ebd. S. 233 (Digitalisat). 
  • Georg Paul Hönn: Wachendorf. In: Lexicon Topographicum des Fränkischen Craises. Johann Georg Lochner, Frankfurt und Leipzig 1747, OCLC 257558613, S. 381 (Digitalisat). 
  • Wolfgang Wiessner: Stadt- und Landkreis Fürth (= Historisches Ortsnamenbuch von Bayern, Mittelfranken. Band 1). Kommission für Bayerische Landesgeschichte, München 1963, DNB 455524629, S. 100. 

Weblinks

  • Wachendorf in der Ortsdatenbank des bavarikon, abgerufen am 21. November 2021.
  • Wachendorf in der Topographia Franconiae der Uni Würzburg, abgerufen am 21. September 2019.
  • Wachendorf im Geschichtlichen Ortsverzeichnis des Vereins für Computergenealogie

Fußnoten


Luftbild Wachendorf, Wachendorf

Schloss Wachendorf

Schloss Wachendorf GPS Wanderatlas

Rathausstr. 90556 Cadolzburg Wachendorf