Die Liste der Straßenbrunnen im Berliner Bezirk Reinickendorf ist eine Übersicht der aktuell existierenden Brunnen in den Ortsteilen des Bezirks.

Die Elemente der Liste wurden in der Funktion als Stadtmöbel beschrieben. Hier nicht aufgeführt sind die Schmuck- und Springbrunnen sowie die Trinkbrunnen im Bezirk, die ein eigenes Lemma haben.

Überblick

Nach Angaben aus dem Bezirksamt auf eine schriftliche Anfrage für die Stadtverordneten vom Februar 2017 existieren 165 Notwasserpumpen im Bezirk, für 2005 wurden 183 angegeben. Nach der Drucksache 17/15418 gibt es im Bezirk 146 Landesbrunnen, zuzüglich der Bundesbrunnen. Mit Stand 1998 wurden 166 genannt. Typisch für die Trinkwasser-Hinweise im Bezirk sind A4-große Schilder oberhalb des Austrittsrohrs. Auf diesen wird auf das Verbot des Autowaschens an diesen Wasserspendern hingewiesen. Die möglichst ständige Wasserentnahme ist erwünscht. Jedoch besteht beim Waschen von Autos im Straßenraum die Gefahr, dass mit dem abfließenden Wasser Schadstoffe ins Grundwasser oder in die Straßenentwässerung gelangen könnten. So erklären sich die Verbotsschilder. Aufkleber und Schilder – ausschließlich in deutscher Sprache – markieren an vielen Brunnen Kein Trinkwasser, amtlich sind für Reinickendorf 87 als für Trinkwasser ungeeignet gekennzeichnet.

Die Liste der Notwasserbrunnen enthält vorgefundene Standorte und Brunnenkörper. Grundlage war das 2007 begonnene Projekt „Berliner Plumpen“ in OpenStreetMap, ergänzt durch eine Liste von Landesbrunnen aus dem Jahre 2015 und es wurden bei Begehungen vor Ort gesichtete Anlagen aufgenommen. Einige der im Bezirk vorhandenen Schliephackepumpen waren in den 2010er Jahren bereits durch andere Brunnensäulen ersetzt: Ein Vergleich aktuell (Stand: 2019) ermittelter Brunnen zu älteren Ansichten aus dem Jahr 2008 wurden durch Nutzung von Street View möglich. Für ergänzende Angaben wurde das amtliche Kartenwerk „Stadtplan von Berlin“ im Maßstab 1:4.000 genutzt.

2015 waren nach Amtsangabe 43 Notbrunnen mit dem Schild „Kein Trinkwasser“ markiert. Charakteristisch für den Bezirk sind die „Autowaschen verboten-Schilder“ in A4-Größe. Da an zwei Brunnen (2019) das Wasseraustrittsrohr angerissen war, ist ersichtlich, warum an vielen (zumal an neu aufgestellten) Brunnen notwendiger Standorte hüfthohe Poller und Pfosten stehen, als Schutz gegen das Anfahren durch Fahrzeuge, die am Straßenrand geparkt werden.

Die vierteiligen Brunnenkörper, die (wohl) typisch für Reinickendorf sind und stärker als in anderen Bezirken verbreitet. Sie bestehen aus dem Basisrohr (Ständer), das mit dem Sockelrohr verschraubt ist. An einem angefügten Aufsatzrohr ist der Wasseraustritt angeschweißt. Über ein Zwischenrohr für das Kolbengestänge ist die obere „Zylinderkappe“ aufgesetzt, an deren seitlichen Ansatzstück der Pumpenschwengel eingehängt ist. Der Anschluss vom Schwengelhaken ist (verdeckt) mit dem Kolbengestänge verbunden. Diese vier Rohrabschnitte sind mit Aufwulstungen fest zusammengefügt, die Kappe mit dem Schwengelansatz ist auf dem aufgekröpften Zwischenrohr aufgepresst. Am Handgriff des Schwengels erleichtern Kugeln den Pumpschwung. Vorrangig in Tegel stehen Brunnenkörper der Metallbaufirma „Freyer & Sohn“ aus dem Rohr mit Austritt auf dem Quell-Sockel und einem aufgebrachten Schwengelaufsatz. Von den 176 Brunnen der Liste sind sechs abgebaut, in Lübars steht ein alter Brunnen im Straßenbereich und in Alt-Wittenau ein Schmuckbrunnen auf einem Hof an der Kirche. Nach der Form stehen (2019) im Bezirk:

  • 81 der für Reinickendorf typischen viergliedrigen Säulen. Auffällig ist hierbei, dass zwischen dem Unterteil (Ständer) und dem Zwischenteil noch ein getrennter Säuleneinsatz für den Wasseraustritt eingepasst ist. Dadurch ist der Wasserauslauf bei Beschädigungen leichter zu ersetzen. Der Kopfteil des Ständerkörpers hat einen etwas größeren Durchmesser als die drei Säulenteile. Im Kopfteil greift die Schwengelgabel in die Kolbenstange und überträgt die Hebelwirkung in den Hub des Kolbens.
  • 55 FSH-Brunnen, die auf einem Ständer die aufgesetzte Säule mit Austritt und Gestänge besitzt und den Aufsatz an dem der Schwengelhaken (verdeckt) am Kolbengestänge greift. Diese Brunnen sind auch für tiefe Grundwassergebiete geeignet.
  • 05 Schliephacke oder Rümmler-Brunnen, funktionale Brunnenkörper aus den 1960er Jahren. Sie wurden bei Ausfall der Funktion bereits mehrfach ersetzt. In der Liste stehen sie mit der Markierung als Überbohrung.
  • 06 Brunnen sind von der Firma Freyer & Sohn
  • 04 Krausebrunnen aus den 1920er Jahren, teilweise sind sie im Brunnenkörper aufgearbeitet
  • 08 Borsigbrunnen, in den 2010er Jahren eingeführte Sechskantsäulen (ebenfalls aus vier Teilgliedern zusammengesetzt). An einigen Standorten ersetzen diese bereits ausgefallene Brunnen, teilweise sind sie (wohl) an neu gebohrten (benachbarten) Standorten aufgestellt.

Angaben zu stillgelegten und zu Straßenbrunnen, die in den Jahren 2010–2015 neu errichtet oder wieder in Betrieb genommen wurden, waren (nach der Drucksache) für die Vorlage zur Abgeordneten-Drucksache Straßenbrunnen – ein Auslaufmodell? nicht rechtzeitig eingegangen. Die Grundwassersituation in Frohnau ist von den Binnendünen bestimmt die zum gespannten Hauptgrundwasserleiter führen. Die Tiefe der oberen Grundwasserführung (Flurabstand) ist an Brunnenstandorten bis zu 40 Meter, nach Süden durch Hermsdorf verringert sich der Abstand bis zu drei Meter. Die Tieflagen der geeigneten Grundwasserführung bei der vorsätzlichen Standortwahl bedingen ausreichende Pumpausstattungen für Quellbohrungen von 60 Metern. Für das Gebiet des Märkischen Viertels waren meist aus der zugrunde gelegten Karte der Flurabstände keine geeigneten Angaben zu entnehmen.

Hinweise zur Liste der aufgefundenen Notwasserbrunnen

Entsprechend der Auskunft des Bezirksamtes Reinickendorf vom November 2019 stehen im Bezirk insgesamt 208 Brunnen, 2009 waren es 190. Für Trinkwasserzwecke nicht unmittelbar geeignet sind demnach 45 Standorte wegen chemischer und 16 wegen bakteriologischer Verunreinigungen. Für 2016 wurden aus dem Bezirksamt auf eine schriftliche Anfrage von 2017 156 funktionsfähige Brunnen genannt. Die folgende Liste (Stand 11/2019) enthält 176 Einträge, wobei sich elf auf abgebaute oder eingelagerte Straßenbrunnen bzw. Schmuckstraßenbrunnen beziehen. Bei einer angestrebten Anzahl von 1500 Einwohnern je Brunnen folgt aus der Einwohnerzahl (334.351) ein Bedarf von 173 Straßenbrunnen.

Für die Ortsteile des Bezirks werden Abkürzungen der LOR-Listen des Statistik-Amtes genutzt.

Die Liste ist nach Ortsteilen, Flurabstand des Grundwassers (im Jahr 2009) und Pumpenform sortierbar. Nicht näher erkennbare Grundstücksnummern sind in Klammern und teilweise mit vorgesetzten „#“ in der Adresse markiert. In der Beschreibung sind markante Umstände zusammengetragen und mit Fotografien ergänzt und zudem nach Ortsteil gegliedert auf Wikimedia-Commons anzusehen. Da durch unterschiedliche subjektive (Vandalismus) oder objektive Einflüsse (Versandung, Wasserqualität) der Betriebszustand veränderlich sein kann, ist jeweils eine individuelle, zeitnahe Begutachtung vor Ort nötig. Regelmäßige Benutzung ist ausdrücklich erwünscht.

In der Liste sind auch Landesbrunnen aufgeführt, die seit den 2010er Jahren aufgegeben wurden, üblicherweise werden solche Standorte verschlossen, die Brunnen abgebaut und eingelagert, falls sie nach Reparatur wieder verwendbar sind. Solche Standorte werden durch eine Überbohrung wieder nutzbar gemacht. Der Brunnen ist zunächst stillgelegt, wobei ungeklärt bleibt, ob ein Brunnen an gleicher Stelle oder in der Nähe neu erstellt wird. Der für einen überbohrten Straßenbrunnen angesetzte Finanzbedarf wird mit 28.000 Euro kalkuliert. Die Finanzierung des Neubaus von Straßenbrunnen ist eine Investitionsmaßnahme und müsste vom Bezirk aus der pauschalen Investitionszuweisung erfolgen, dem Bezirk für Tiefbauunterhaltung zugewiesen wurde. Für die 2020er Jahre hat der Bezirk bislang 17 solche Aufgaben neben der anstehenden Reparaturarbeit zu lösen.

Die Koordinaten von Standorten, die nicht genau markiert werden konnten, sind im Namen der Lage durch den Zusatz "?? " gekennzeichnet. Ursachen dafür kann das Fehlen eines aufgefundenen Brunnenständers, ein ansonsten stillgelegter Brunnen oder Unklarheiten bei der Zuordnung von Plätzen und Aufstellungen sein, wie beim Fehlen der blauen Quadrate im Geoportal „Befahrungsdaten 2014“ der durch den Senat veranlassten Straßenbefahrung zur Digitalisierung von Straßenmöbeln und -ausstattungen.

Straßenbrunnen im Bezirk

Ungeklärte/aufgegebene Standorte

Die Liste aus der Antwort-Drucksache des Abgeordnetenhauses von 2017 enthält auch Standorte von Straßenbrunnen ohne nähere Angabe zur genaueren Lage. Aus der Nutzung der Abbildungen in Street View waren für 2008 keine Hinweise zu finden. Auf Grund der Quellenlage ist anzunehmen, dass in den 1980er Jahren noch vorhandene Brunnen bis 2005 abgebaut worden sind. Nach der Drucksache 18 / 10 377 bestanden im Bezirk Reinickendorf 2016/2017: 156, um 2007 183 und mit Stand 1998 waren es 166 Straßenbrunnen. Die bei der Begehung nicht auffindbaren Standort der Notwasserbrunnen, wurden soweit möglich in der oberen Tabelle mit neueren Amtsangaben aufgenommen, zumeist handelte es sich um stillgelegte Quellbohrungen, die durch Überbohren oder Neubohren wieder hergestellt werden sollen.

  • Hermsdorf: Schulzendorfer Straße (PLZ 13467). Die Straße liegt in gesamter Länge in Hermsdorf (Planungsraum Hermsdorf). Der Standort des Brunnens ist nach der Liste der Anfrage im Abgeordnetenhaus mit Schulzendorfer Straße (PLZ: 13467) notiert.
  • Hermsdorf: Falkentaler Steig in LOR-Kiez Hermsdorf. Flurabstand: 4–7 m. Ein Brunnen ist nach der Senatsliste für das Abgeordnetenhaus mit Falkentaler Steig (PLZ: 13467) aufgenommen. Der Falkentaler Steig setzt die Heinsestraße am Hermsdorfer Damm nach Nordwest fort und gehört bis Grundstück 96 und 97 vor dem Knick zur angegebenen Postleitzahl. Die Straße liegt parallel zur S-Bahnstrecke. Die Grundstücke waren außer 47/49 und 51 (damals an der mündenden Kneippstraße) bis 1960 schon bebaut. Auf dem Grundstück wurden nach 1970 Seniorenwohnhäuser (47/49 und 51) am Falkentaler Steig erbaut. Die (vormalige) Straßenecke liegt 250 Meter vom Brunnenstandort 50 (Freyersäule Kneipp-/ Drewitzer Straße) entfernt. Der Golzteich liegt 120 Meter nach Westen.
    Der Brunnen ist im Eigentum des Landes Berlin.

Kiezgröße und Anzahl der aufgestellten Brunnen

In den gesetzlichen Vorgaben aus den 1960er Jahren werden für jeweils 1500 bis 2500 Anwohner „Entnahmestellen zur Notwasserversorgung im Katastrophenfall“ gefordert. Im Bezirk stehen (Stand 2019) 208 Brunnen für 265.225 Einwohner, im Mittelwert kann eine Notwasserstelle 1300 Einwohner versorgen. Die folgende Tabelle gibt einen Überblick der Verteilung der (vorgefundenen) „Plumpen“ auf Planungsräume (Kiez) nach dem System der lebensweltlich orientierten Räume (LOR). Die Nutzungskategorien der Flächen des Planungsraums sind ergänzend hinzugefügt.

Weblinks

  • Straßenbrunnen in Berlin – OpenStreetMap Wiki. In: wiki.openstreetmap.org. Abgerufen am 9. Mai 2021. 
  • Straßenbrunnen des Bezirks auf OpenStreetMap
  • Grundwassergleichenkarten dazu FIS-Broker-Links zu Grundwassergleichenkarten für 2002–2016 und Umweltatlas Berlin: 02.12 Grundwasserhöhen

Einzelnachweise und Anmerkungen


Wasser marsch! In Reinickendorfer sind insgesamt 13 Brunnen in Betrieb

Liste der Straßenbrunnen im Berliner Bezirk Neukölln Wikipedia

Liste der Straßenbrunnen im Berliner Bezirk Neukölln Wikipedia

Liste der Straßenbrunnen im Berliner Bezirk Neukölln Wikipedia

Liste der Straßenbrunnen im Berliner Bezirk Neukölln Wikipedia