Egenhausen (fränkisch: Enghausn) ist ein Gemeindeteil des Marktes Obernzenn im Landkreis Neustadt an der Aisch-Bad Windsheim (Mittelfranken, Bayern). Die Gemarkung Egenhausen hat eine Fläche von 5,576 km². Sie ist in 556 Flurstücke aufgeteilt, die eine durchschnittliche Flurstücksfläche von 10028,54 m² haben. In ihr liegt neben dem namensgebenden Ort der Gemeindeteil Sichelbronn.

Geografie

Beim Pfarrdorf entspringt der Brachbach, ein rechter Zufluss der Zenn. Der Ort liegt im Tal und ist im Osten, Westen und Süden von bewaldeten Anhöhen umgeben. 0,5 km nordwestlich erhebt sich der Eichelberg (477 m ü. NHN), im Westen liegt das Furtholz, im Süden der Siegelranken und im Osten das Kohlholz. Die Staatsstraße 2253 verläuft nach Obernzenn (1,8 km nördlich) bzw. zur Staatsstraße 2245 (1 km südlich). Ein Anliegerweg führt nach Sichelbronn (0,5 km südlich).

Geschichte

Die Ortsnamensendung -hausen weist auf eine Gründung während der Fränkischen Landnahme hin, die im späten achten Jahrhundert abgeschlossen war.

Die ursprüngliche Allerheiligenkirche wurde wahrscheinlich von dem Benediktinerkloster Herrieden errichtet. 1059 wurde die Kirche in „Eginhusen“ durch den Eichstätter Bischof Gundekar II. geweiht. Um 1300 wurde sie dem Chorherrenstift St. Nikolaus in Spalt einverleibt. Das Bestimmungswort des Ortsnamens ist der Personenname Ago.

Als Gegner der Reformation wirkte der Egenhausener Pfarrer Paul Leutermann den Absichten des Obernzenner Pfarrers Philipp Getreu und des Markgrafen entgegen. Die ortsansässige Herrschaft von Seckendorff wurde erst 1533 evangelisch.

Gegen Ende des 18. Jahrhunderts gab es in Egenhausen 59 Anwesen. Das Hochgericht übte das Rittergut Unternzenn aus. Es hatte ggf. an das brandenburg-ansbachische Hofkastenamt Ansbach auszuliefern. Die Dorf- und Gemeindeherrschaft hatte das Rittergut Unternzenn inne. Grundherren waren das Rittergut Unternzenn (Schloss, Brauhaus, Kirche, Pfarrhaus, 1 Hof, 19 Güter, 5 Gütlein, 14 Tropfhäuser, 8 Häuser, 4 Häuslein, 1 Mühle) und das Rittergut Obernzenn-Gutend (3 Güter). Neben den Anwesen gab es die Schule und das Hirtenhaus, die beide kommunale Gebäude waren.

Im Geographischen statistisch-topographischen Lexikon von Franken (1799) wird der Ort folgendermaßen beschrieben:

Im Jahre 1806 kam Egenhausen an das Königreich Bayern. Im Rahmen des Gemeindeedikts wurde der Ort dem 1808 gebildeten Steuerdistrikt Unternzenn und der 1810 gebildeten Ruralgemeinde Unternzenn zugeordnet. Mit dem Zweiten Gemeindeedikt (1818) entstand die Ruralgemeinde Egenhausen, zu der Sichelbronn gehörte. Sie war in Verwaltung und Gerichtsbarkeit dem Landgericht Leutershausen zugeordnet und in der Finanzverwaltung dem Rentamt Colmberg. Die freiwillige Gerichtsbarkeit und die Polizei über 55 Anwesen hatte jedoch bis 1848 das Patrimonialgericht Unternzenn inne. Von 1862 an gehörte Egenhausen zum Bezirksamt Ansbach und zum Rentamt Ansbach. Die Gerichtsbarkeit blieb bis 1879 beim Landgericht Leutershausen. Am 1. Januar 1880 kam Egenhausen an das Bezirksamt Uffenheim (1938 in Landkreis Uffenheim umbenannt) und an das Rentamt Windsheim (1919 in Finanzamt Windsheim umbenannt, seit 1932 Finanzamt Uffenheim). Die Gerichtsbarkeit hatte das Amtsgericht Windsheim inne, seit 1973 ist das Amtsgericht Neustadt an der Aisch zuständig. Die Gemeinde hatte eine Gebietsfläche von 5,695 km².

Am 1. Juli 1975 wurde Egenhausen im Zuge der Gebietsreform nach Obernzenn eingemeindet.

Baudenkmäler

  • Haus Nr. 45: ehemaliges Pfarrhaus
  • Haus Nr. 47: evangelisch-lutherische Pfarrkirche Allerheiligen
  • Haus Nr. 71: altes Schloss mit Nebengebäuden
  • Haus Nr. 73: ehemaliges Gasthaus Zum Lindenzweig

Bodendenkmäler

In der Gemarkung Egenhausen gibt es fünf Bodendenkmäler.

Einwohnerentwicklung

Religion

Der Ort ist seit der Reformation evangelisch-lutherisch geprägt und Sitz der Pfarrei Allerheiligen. Die Einwohner römisch-katholischer Konfession sind nach Mariä Himmelfahrt (Sondernohe) gepfarrt.

Literatur

  • Johann Kaspar Bundschuh: Egenhausen. In: Geographisches Statistisch-Topographisches Lexikon von Franken. Band 1: A–Ei. Verlag der Stettinischen Buchhandlung, Ulm 1799, DNB 790364298, OCLC 833753073, Sp. 694–695 (Digitalisat). 
  • Elisabeth Fuchshuber: Uffenheim (= Historisches Ortsnamenbuch von Bayern, Mittelfranken. Band 6). Michael Laßleben, Kallmünz 1982, ISBN 3-7696-9927-0, S. 41–42. 
  • Reinhold Hoeppner (Hrsg.): Landkreis Uffenheim. Verl. f. Behörden u. Wirtschaft Hoeppner, Aßling-Pörsdorf/Obb. 1972, DNB 730115267, S. 51. 
  • Hanns Hubert Hofmann: Neustadt-Windsheim (= Historischer Atlas von Bayern, Teil Franken. I, 2). Kommission für Bayerische Landesgeschichte, München 1953, DNB 452071216, S. 92 (Digitalisat).  Ebd. S. 212 (Digitalisat). 
  • Georg Paul Hönn: Egenhausen. In: Lexicon Topographicum des Fränkischen Craises. Johann Georg Lochner, Frankfurt und Leipzig 1747, OCLC 257558613, S. 327–328 (Digitalisat). 
  • Hans Karlmann Ramisch: Landkreis Uffenheim (= Bayerische Kunstdenkmale. Band 22). Deutscher Kunstverlag, München 1966, DNB 457879262, S. 74–75. 

Weblinks

  • Ortsteile > Egenhausen. In: obernzenn.de. Abgerufen am 6. Juli 2023. 
  • Egenhausen in der Ortsdatenbank des bavarikon, abgerufen am 6. September 2021.
  • Egenhausen in der Topographia Franconiae der Uni Würzburg, abgerufen am 19. September 2019.
  • Egenhausen im Geschichtlichen Ortsverzeichnis des Vereins für Computergenealogie

Fußnoten


Einrichtungen Dekanat Bad Windsheim

Egenhausen Egenhausen hat einen neuen Schlepper Altensteig

In Egenhausen wird 2020 viel gebaut

Zeit für Neues beim Bauhof Feierlicher Spatenstich mit den

Egenhausen im Schwarzwald